Wachsamkeit

Heute Morgen im Kinder-Singen wurde ich von einer anderen, sehr netten Mutter angesprochen: „Wie geht es dir?“ Als ich zur Antwort gab, wir hätten einen eher heftigen Morgen gehabt, meinte sie, dass sie mir das ansehen würde. „Ich dachte, o nein, das sieht nicht gut aus!“ Es war sehr nett gemeint und kam bei mir auch so an, obwohl es nicht meine liebsten Rückmeldungen sind („Du siehst aber müde aus!“ – „Danke, das freut mich!“ ;-)). Ich versicherte ihr, dass es mir gut gehe.

Dieser kleine, überhaupt nicht aussergewöhnliche Zwischenfall löste bei mir jedoch ein paar Gedanken aus. Mir lag nämlich später eine Antwort auf der Zunge, die mich seither bewegt: „Ja, ist es nicht normal, dass der Alltag ein Kampf ist?“ – Wie bitte??

Kampf als Normalität zu bezeichnen, klingt irgendwie übertrieben. Wenn die Kinder noch (sehr) klein sind, dann sind Wutanfälle und ähnliche Dinge oft an der Tagesordnung. Heute Morgen war es so: Nachdem unser dritter Sohn sich freiwillig (tataaaaa!!) ans Abtischen gemacht hatte, wurde er so wütend auf seine kleine Schwester, dass er alle Teller, die er zum ersten Mal alle miteinander in die Küche bringen wollte, vor Wut auf den Boden schmiss. Einer ging dabei zu Bruch. Die Vorgeschichte am heutigen Tag war, dass ich mich innerlich auf diesen Tag vorbereitet hatte und mit Streit, Trotz und Widerwillen einigermassen gut umgehen konnte. Sprich: Mir nicht den Frieden rauben liess dadurch. Als das dann passierte, war ich einen Moment lang einfach traurig, und ich wusste auch nicht, wie es so schnell so weit kommen konnte. Wir sammelten die Scherben dann ein, der Sohn zahlte etwas aus seinem Kässeli, ich beruhigte mich und wir gingen trotz allem, obwohl zu spät, noch ins Singen.

Die Vor-Vorgeschichte dieses Tages ist, dass ich seit einigen Tagen eine neue Wachsamkeit entwickelt habe gegenüber allem, das den Frieden in der Familie und in mir selber zerstören will. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Ehe und Familie – allgemein Beziehungen, Freundschaften – eine wunderbare Idee Gottes sind. Liebe, Freude und Frieden sind auf Seiner Agenda! Und wenn wir diesen Frieden bewahren wollen, die Freude und die Liebe, dann gefällt das nicht allen. Einem bestimmt nicht.

Es ist nicht so, dass ich diese Dinge nicht weiss. Es ist leider nur so, dass sie immer wieder in den Hintergrund meines Bewusstseins wandern. Allzu oft vergesse ich, welche Kraft Liebe hat, und was für ein Sieg es ist, wenn Frieden bewahrt werden kann. Es lohnt sich, für Frieden zu kämpfen. Dieser Kampf ist meist ein innerer: Gebe ich jetzt dem Zorn Raum, oder entscheide ich mich dafür, zu vergeben? Und so weiter. Täglich, stündlich,…!

In diesem Sinne: Es macht nichts, dass man mir den Kampf manchmal ansieht. Nur: Aufgeben möchte ich ihn niemals!

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