Päng!

Sich gute Vorsätze zu machen ist meist keine gute Idee. Noch schlechter ist sie, wenn man die Vorsätze noch im alten Jahr fasst.

Der Gedanke war nett: Wir laufen heute Nachmittag alle zusammen Schlittschuh! Die beiden Grösseren sind schon recht selbständig und kurven mir um die Ohren, für die Kleineren gibt’s Eisbären und Clowns zum Festhalten und einen akzeptablen Personal Trainer (mich).

Die Grösseren kurvten mir um die Ohren; Eisbär, Clown und der Trainer erledigten ihre Jobs. Kind Nummer Drei lernte, sich selbständig vorwärts zu bewegen, was sehr cool war. Kind Nummer Vier bewegte sich erst zum Schluss einigermassen gerade, als das Wort „Zvieri“ (also eigentlich: Darvida) fiel. {Randnotiz: Darvida werde ich in ein paar Jahren die kalte Schulter zeigen. High Five!!} Es machte uns allen grossen Spass!

Allzu schnell war die Zeit vorbei; wir zogen uns um und fuhren nach Hause, nicht ohne einen kleinen Umweg zum Feuerwerks-Stand zu machen, denn schliiiesslich ist ja morgen Silvester.

Schon in der Garage ging der Streit los. Ein Kind schlug das andere, mehrmals, von aussen gesehen völlig unmotiviert und grundlos. Das gewisse Kind hatte das schon auf dem Weg von der Eisbahn zum Auto gemacht. Da versuchte ich es zu ignorieren. Auf dem Weg von der Garage nach Hause wurde dieses Kind jedoch so grob, dass ich die Nerven verlor. PÄNG!

Da war ich nun: Immer noch wütend, aber zugleich bedrückt von einem sehr schlechten Gewissen, weil ich das bewusste Kind sehr grob angefasst und angeschrien hatte. Weil ich die Nerven verloren hatte und mich nicht mehr im Griff gehabt hatte. Und das alles nach einem Ausflug, der zwar insgesamt ziemlich aufwändig und anstrengend, aber auch sehr schön gewesen war.

Gott sieht alles. – Na toll.

Er sieht meine Schwachheit, meine Dünnhäutigkeit, aber auch meinen guten Willen (meine guten Vorsätze: „Bewusst etwas mit meinen Kindern zu unternehmen“). Er sieht die Freude, die wir gehabt haben, und den Ärger, den wir jetzt haben. Den Frieden und den Unfrieden. Er sieht die Vorfreude; er sieht die Scham, wenn wir „so“ zurückkommen. Er sieht den Spass, den wir alle gehabt haben, und die Verunsicherung der Kinder, wenn Mama die Nerven verliert.

Ich bin so dankbar, dass ich einen grossen Gott habe. Einen, der sagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig (2 Kor 12,9).

Gute Vorsätze sind Ideale, die wir selber kaum erreichen können. Sie greifen oft zu kurz. Die Frage ist: Wer verlangt sie? Ist es unser eigenes Leistungsdenken? Ist es der Wunsch, es immer wieder besser zu machen? Den haben wir doch alle! JA! Den haben wir! Aber hat Gott ihn für uns? Er wünscht sich nur eines von uns: Dass wir in Ihm bleiben (Joh 6,56; 14,20; 15,5 etc.).

Für die Situation heute – und alle vorhergehenden und nachfolgenden – gilt demnach für mich: Dass ich meine Trauer, meine Freude, meine Scham und meine Schuld mit Ihm betrauere, mit Ihm durchlebe, und mich von Ihm trösten lasse. Good News – zum Jahresende!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s