Entscheidungen

Die grossen Pflöcke sind eingeschlagen. Der Weg vorgezeichnet. Also sollte nun alles ganz klar und einfach sein.

Die grossen Entscheidungen sind getroffen, und ich dachte schon, ich hab’s. High Five! Geschafft! Aber nun werde ich von kleinen, feinen Überlegungen überrascht. Mit denen habe ich mich vorher nicht gross auseinandergesetzt; vermutlich, weil keine Zeit da war.

Die erste kleine Entscheidung lässt nicht lange auf sich warten. Gestalte ich die „Büro-Schachtel“ meines Kindergartenkindes effizient am Elternabend, oder nehme ich mir Zeit, um mit Sohn Nummer Zwei nochmals extra hinzugehen? Es könnte natürlich sein, dass er ganz andere Vorstellungen von „schön“ hat, als ich. Und es könnte länger dauern, als wenn ich es allein machen würde. Hm.

Eine andere Situation, Alltag. Die Kinder sind müde. Ich auch. Es fühlt sich anstrengend an, der Zvieri am Küchentisch. Überhaupt, unsere Gefriertruhe ist leerer als auch schon! Soll ich nicht „schnell“ etwas backen? Ich hätte eine spannende Beschäftigung mit schnellem Resultat, wäre auf etwas Angenehmes fokussiert und könnte auch meine Kinder dafür begeistern. Das unangenehme Gefühl wäre verschwunden. Die Leere, die Langeweile, die Mühsal des Augenblicks wären weg. Verlockend.

In Johannes 12,24 steht: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Mir gefällt das Wort „erstirbt“ nicht sehr. Es klingt nicht sehr vielversprechend. Auch so überhaupt nicht nach schnellem Resultat, spannender Beschäftigung oder schokoladig-süssem Inhalt. (Ich hätte Brownies gebacken.) Sondern so: nach Nicht-Inhalt. Nach Leere. Vielleicht habe ich aus diesem Grund die Auseinandersetzung damit in den letzten Jahren vermieden.

Wage ich es? Konkret heisst das, nicht in Aktivitäten oder innerliche Ablenkungen zu flüchten, Langeweile auszuhalten, Ärger auszustehen, Gefühle der Einsamkeit/der Leere/der „Infeffizienz“ und was sonst noch alles hochkommen möchte, zu erdulden (auch so ein Wort…). Das mit der Frucht, DAS klingt nämlich… irgendwie anders.

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