Wie ich plane: Die grossen Würfe (1)

Immer mal wieder werde ich gefragt, wie ich vier Kinder, mein Engagement in der Kirchgemeinde, meine Leidenschaft für Cupcakes und überhaupt alle Termine und To-Do-Listen unter einen Hut bringe. Die Wahrheit ist: Ich bringe nicht alles unter einen Hut, schon gar nicht gleichzeitig. Ich muss immer wieder mal die Hüte wechseln. Und so stolpere ich vorwärts, meistens ohne Taschentücher in der Handtasche (nach fast neun Jahren Muttersein). Und doch gibt es Dinge, die mir helfen, den Überblick nicht zu verlieren. Diese möchte ich nicht mehr missen.

So habe ich mir angewöhnt, am Ende eines Jahres mit Gott das kommende Jahr zu planen. Also nicht einzelne Termine, sondern die grossen Würfe. Dazu versuche ich, mir mindestens einen halben Tag (besser zwei halbe Tage) frei zu nehmen und mit Bibel, Tagebuch, vielen Farbstiften und einer grossen Tasse Tee die grosse Frage des Jahres zu bewegen: Wieviel meiner Zeit und meiner Kraft will ich in welchen Lebensbereich investieren?

Nun ja, Lebensbereiche habe ich einige – damit meine ich die verschiedenen Aspekte meines Lebens, die es so farbig, vielschichtig, spannend und anstrengend machen. Da ist natürlich die Familie, dann unsere Gemeinde, dann mein Job in dieser Gemeinde, meine Selbständigkeit; da sind Freundschaften sowie meine eigene (Herkunfts-)Familie; dann viele kreative Interessen; das Café unserer Gemeinde – und ja, fast verdrängt, ha!, das bisschen Haushalt!

Jeder dieser Lebensbereiche birgt mehr oder weniger Unterthemen: In unserer Gemeinde zum Beispiel habe ich einerseits einen (bezahlten) Auftrag, aber es gibt auch verschiedene Teams, in denen ich mich einbringe. Die Familie: Da reichen die Unterthemen von Beziehung zu Erziehung über die Gesundheit zum Schulwesen. Die Ehe gehört auch dazu, und zwar nicht „so nebenher“. Eine bunte Palette. Da ich visuell veranlagt bin, arbeite ich am liebsten mit Mindmaps, das sieht dann so aus:

fullsizerender

Nach dem Aufzeichnen beginnt das (Ent-)Spannende: Ich bitte Gott um Sein Reden. Ich möchte spüren, was auf Seinem Herzen für mich ist, für dieses nächste Jahr. Ich schaue mir dann alle Begriffe an und beginne diejenigen zu umkreisen, die mich „anspringen“. Meist sehe ich am Schluss ein stimmiges Bild, einen roten Faden.

Mir ist es wohl beim Gedanken, dass ich nicht alles zu jederzeit voll im Fokus und im Griff haben muss, sondern dass jede Zeit – im Moment das nächste Jahr – gewisse Prioritäten haben darf. Es überfordert mich nicht.

Bei meinen vielen Interessen mache ich es ähnlich: Ich schreibe alle auf und entscheide mich dann für eine Sache, das ich bis auf Weiteres ausüben möchte.

fullsizerender-1

Am Ende meiner Reflektionszeit habe ich dann einen „Grobfahrplan“ fürs nächste Jahr. Ich weiss, in welche Richtung ich investieren will, wo ich loslassen darf. Es ist nichts verloren; es steht alles da und wartet auf seine Zeit. Das finde ich das Geniale bei Gott: Alles hat seine Zeit. Er hat keinen Stress, sondern den totalen Überblick. Und einen Plan! Für mich, für dieses nächste Jahr! Seinen Willen für mich zu kennen (ich könnte auch sagen: erahnen, erspüren) bewirkt, dass ich weiss, wo ich JA sagen kann und wo ich NEIN sagen darf. Ich habe Prioritäten und kann mich an ihnen orientieren. Das ganze Jahr über nehme ich sie immer mal wieder hervor, schaue sie an und überprüfe, ob ich „on track“ bin.

Ich schliesse ab mit einer Bibelstelle, die mich immer wieder ermutigt, ermahnt, tröstet und fokussiert:

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;
weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;
Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;
suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;
zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;
lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.
Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.
10 Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen.
11 Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt;
nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
aus Prediger 3

4 Gedanken zu „Wie ich plane: Die grossen Würfe (1)

    1. Danke, liebe Christina! Ja, es ist so bereichernd; es gibt viele gute Vorsätze, aber dies mache ich wirklich 😉

      Alles Liebe dir – habe dein Buch gelesen und gelacht und geweint. Danke. Ganz ganz toll, ermutigend, wunderbar.

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