Wie ich plane: Die Agenda, mein Herzstück (2)

Auch wenn ich es lieber anders hätte: Ohne Planung läuft leider nichts. Dann bleiben gute Vorsätze nicht nur gute Vorsätze, sondern verursachen  andauernd ein schlechtes Gewissen. Und das wäre, nachdem ich meine jährlichen Prioritäten festgelegt habe, sehr sehr schade.

Seit letztem August benutze ich einen Moleskine Tageskalender. Bis dahin konnte ich mir nicht vorstellen, eine Agenda ohne Wochenübersicht zu haben. Jahrelang habe ich den Quo Vadis Kalender mit ebendieser Wochenübersicht benutzt. Ich dachte immer, ich brauche den totalen Überblick, mindestens über die Woche, die vor mir liegt. Tatsache ist: Seitdem ich eine Agenda mit Tagesseiten benutze, nehme ich Tag für Tag, lebe mehr im Jetzt, mache mir weniger Gedanken (sprich: Sorgen) über das, was vor mir liegt. Erstaunt mich selber.

Inspiriert von einem Youtube-Video von EllaTheBee habe ich mir eine Moleskine-Agenda gekauft. Sie benutzt diese Agenda als Rohmaterial und gestaltet sie dann nach ihren Bedürfnissen. Erstaunlich, was alles in einem so kleinen Buch Platz hat. Ziele, Wochenplan, Wochenziele, Menüpläne. Nicht alles habe ich umgesetzt, sondern nur zwei für mich wesentliche Dinge: Die Monatsübersichten und die Tages-Einteilungen. Damit arbeite ich mit Freude (ich bin immer total aufgeregt, wenn ich einen organisationstechnischen Coup lande).

Zuerst fülle ich immer die Monatsübersichten. Dazu dienen mir:

  • meine Prioritäten fürs Jahr 2017
  • meine Aufgaben und Pflichten als Ehefrau, Mutter, Hausfrau, Beauftragte, Selbständige, Mitarbeitende
  • bereits feststehende Termine wie Ferien, Feier- und Geburtstage
  • Projekte (bei mir sind das in erster Linie Workshops und Schulungen)

Diese Dinge kommen in eben diese Monats-Übersicht, die ich selber gestalte (elektronische Daten nehme ich von hier):

img_6222

Diese grossen Pflöcke kommen einerseits in die Monatsübersicht und andererseits zum entsprechenden Tag. Ich muss also jeden Termin doppelt eintragen. Das nehme ich in Kauf, weil ich die Monatsübersicht liebe. Und nein, eine elektronische Agenda ist kein Thema für mich. Es genügt, dass ich diejenigen Termine, die meinen Mann betreffen, auch noch dort eintragen muss. Ich starre oft genug ins Handy; dort, wo es möglich ist, bleibe ich beim guten alten Papier, das so gut riecht.

Die Wochentage der Agenda habe ich nach Ellas Anleitung mit vier Linien gestaltet (dauert für ein ganzes Jahr etwa 3 Stunden; eine Arbeit, die sich wunderbar eignet, um nebenher „Voice of Germany“ zu glotzen):

img_6217_sprechblasen

  • Auf der linken Seite – bei der Uhrzeit – trage ich alle Termine ein.
  • Rechts oben schreibe ich Geburtstage ein und Aktivitäten oder Anlässe, die den ganzen Tag füllen.
  • Rechts in der Mitte trage ich alle Schul- und Kindergarten-Termine ein.
  • Rechts unten kommt alles andere hin: To Do-Listen für den Tag, was ich wo mitbringen muss, etc.
  • Die unterste Zeile ist reserviert für Termine, die meine Lieben (Familie und Freunde) betreffen: Prüfungen, Vorstellungsgespräche, Vernissagen, und so weiter. So kann ich – falls ich es geschafft habe, den Termin einzutragen – der betreffenden Person mit einer SMS alles Gute wünschen oder sie sonst ermutigen (hoffentlich).

Das sieht dann so aus:

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…oder so…

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…oder so…

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Ich liebe dieses System, weil ich endlich, endlich weiss, wohin mit all den Informationen, Sitzungsnotizen (!), Vorbereitungen,…

So kann ich einigermassen sicherstellen, dass ich die Ziele, die ich mir Anfang Jahr gesteckt habe, nicht aus den Augen verliere, und auch nicht die grossen und kleinen Dinge des Alltags. Als Mutter bin ich dankbar, dass ich all diese Zettel, die sie vom Kindergarten, von der Spielgruppe und von der Schule heimbringen (wie: „Am 23. Januar besuchen wir den Zoo. Bitte geben Sie ihrem Kind eine Trinkflasche und den Znüni in einem separaten Täschli mit. Das Kind sollte wetterfest angezogen sein.“) nicht mehr hilflos irgendwo verstaue, sondern sie mit einem triumphierenden „Her damit!“ an mich reissen kann und all diese Details gleich beim entsprechenden Tag eintragen kann. Das Papier landet nachher im Altpapier, und ich geniesse das Gefühl, das Leben im Griff zu haben (ha!).

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