Sicht

Heute morgen lasen wir die Geschichte im Buch der Richter: Der Engel kommt zu Gideon und teilt ihm Gottes Pläne mit. Die Jungs waren fasziniert von den kampfreichen Geschichten, wie Jael einen Pflock durch Siseras Kopf stach und die Richterin Debora mutig mit Barak in den Kampf zog. Dies gefiel vor allem unserer Mahela Deborah gut. Zu grossem Erstauen führen aber auch immer wieder die Handlungen des Volkes Gottes: „Aber die Israeliten taten wiederum, was dem HERRN missfiel…“ – „Aber Mama, das hast du doch gestern schon erzählt!?“ …

Das Coolste an der Geschichte heute war, wie der Engel Gideon begrüsste: „Der Herr ist mit dir, du tapferer Held!“ Tapferer Held?? Na ja, davon war weder etwas zu sehen noch zu hören. Im Gegenteil. Gideon zweifelte so ziemlich an allem, was möglich war: Daran, dass der Engel von Gott war (als wenn es zuwenig besonders wäre, Engeln zu begegnen), an seiner Berufung, an seiner eigenen Kraft, an Gottes Möglichkeiten. Menschlich gesehen eher ein Schwächling mit wenig Vertrauen. Aber: Du tapferer Held!, ruft ihm Gott zu! Tapfer UND Held! Gott ist richtig überschwänglich!

Das erinnert mich doch iirgendwie an meine Zweifel gestern. Respektive es setzt diese Zweifel in den Kontrast zu Gottes Begeisterung und Sicht. Ich merke: Nur das zu sehen, was vor Augen ist, ist menschlich. Das zu sehen, was hineingelegt wurde und was die ureigenste Bestimmung eines Menschen ist, ist göttlich. Es ist absolut übernatürlich.

Nachdem ich mir gestern Ordnung und gute Berufe für meine Kinder gewünscht hatte, sind mir heute den ganzen Tag weitere Wünsche für sie eingefallen. Zum Beispiel:

  • dass sie ihren Schöpfer kennen und sich leidenschaftlich in ihn verlieben.
  • dass sie ihre Berufung erkennen und sie ergreifen.
  • dass sie Menschen sind, die auf ihre Herzen hören und authentisch sind.
  • dass sie nie aufhören, Wahrheit und Gerechtigkeit nachzujagen.
  • dass sie fröhliche Menschen werden, mit denen man gerne zusammen ist.
  • dass sie eigenverantwortliche, eigenständige Menschen werden.
  • dass sie eine weite Sicht haben. Und eine göttliche! Die mit den Herzensaugen.

Das Geheimnis Gottes bei Gideon war: Er sprach aus, was er mit seinen Herzensaugen sah. {Ok, er hatte den Vorteil, dass er dies schon wusste. Er hat ihn ja gemacht und berufen.} Diese Sicht entsprach überhaupt nicht der menschlichen. Gott scheint allgemein nicht extrem viel darauf zu geben, was für Menschen sichtbar und vordergründig ist. Er rät auch Samuel, nicht auf den äusseren Schein zu vertrauen, als der den grossen Bruder des kleinen Davids sehr beeindruckend fand. Nein, er sieht das Herz an. Und das Herz offenbart die Pläne und Gedanken und Berufungen Gottes.

Dies möchte ich für mich nehmen: Worte des Lebens und der Verheissung über meinen Kindern auszusprechen. Es wird wieder Tage geben, an denen mich nur die herumliegenden Kleider nerven, so dass ich den Blick für Gottes Handschrift in ihnen verliere. Trotzdem soll mir dies zur guten Gewohnheit werden: Verheissungen und Bilder über ihnen auszusprechen. Gottes Berufungen für sie zu erfragen und dafür zu beten. Sie in der Liebe Gottes, namentlich seinem geschriebenen Wort, zu baden.

Es ist spannend, was ein Sonnenstrahl, ein neuer Tag, ein Hormonschub bewirken kann. Gestern Tauwetter, heute Frühling. Ich bin darin so beständig und nachvollziehbar, wie es meinem Idealbild entspricht. Aber: Was soll’s? Sicht zu haben ist ein Gnadengeschenk. Nach gestern kann ich es nicht anders formulieren.

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Bildquelle: Pinterest

 

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