Count Your Blessings

Mein Mann machte mir ein kluges Geschenk: Eine hübsche Schachtel mit vielen Zetteln drin. Darauf stehen Dinge, für die ich dankbar sein kann. Wie zum Beispiel: Ehemann!

Seit Dezember fühle ich mich wieder oft gestresst, müde, gefordert. Höchste Zeit, diese Zettel im übertragenen Sinn hervorzunehmen und darüber zu sinnieren, wofür ich dankbar bin. Grad heute waren es mehrere Dinge.

  • Ich bin dankbar für eine langjährige Freundin, die mit liebevoller Hartnäckigkeit und Ausdauer immer wieder einen Telefontermin mit mir ausmacht. Ihr bayrisches Herz erträgt duldsam mein Zürichdeutsch, gemischt mit schweizerischem Hochdeutsch; wir tratschen über unsere Kinder, über zu viele Familien-Termine, über prophetische Träume, über unsere Befindlichkeit und kaputte Staubsauger, über reflektierte Menschen und Bier-und-Bratwurst-Typen.
  • Ich bin dankbar für eine Freundin, die mir in absolut ehrlicher Art und Weise schrieb, wie es ihr geht. Sie erzählte sowohl über das Gute wie auch über das Schwierige und liess mich so geradeaus in ihr Herz blicken. Menschen, die ihre Schwierigkeiten benennen, öffnen ihr Herz, machen sich verletzlich, und bereichern und beschenken mich dadurch ungemein. Sie lassen mich spüren, dass das, was ist, sein darf. Auch wenn wir es oft gerne anders hätten. Damit bestärkte sie mich in einem Thema, von dem ich den Eindruck habe, dass Gott mit mir darüber reden will: Verletzlichkeit. Und damit komme ich gleich zum nächsten Punkt:
  • Ich bin dankbar für kluge Menschen wie Brené Brown, die Dinge wie Verletzlichkeit erforscht haben. Wow! Hier ihr absolut hörenswerter, mutmachender Vortrag:
    https://www.ted.com/talks/brene_brown_on_vulnerability?language=de
  • Ich bin dankbar für das ehrliche Gespräch mit meinem ältesten Sohn, der sich in der Schule langweilt und gleich mehrere Enttäuschungen verarbeiten musste. Obwohl ich sehr müde war, konnte ich mich auf ihn einlassen. Wir haben schon lange nicht mehr so persönlich miteinander geredet. Im Alltag bleibt leider auch wenig Zeit für mehr als „Hast du schon…“, „Würdest du bitte…“, „Mach ENDLICH…“ Das Gespräch heute Abend entstand aus einem Ärger heraus. Weil wir zusammen herausfanden, was das eigentlich Ärgerliche an der Situation war, entstand Nähe, Vertrauen, Geborgenheit.
  • Ich bin dankbar für das Vertrauen einer weiteren Freundin: Ich durfte dabei sein, als sie sich heute ihr Brautkleid aussuchte. Sie nahm mich so auf eine intime, unvergessliche Reise mit. Eine Reise voller Schönheit, Vorfreude, Glitzer und Lachen. (Nach drei Stunden waren wir fix und alle.)

Wenn ich das so durchlese, merke ich, dass alle Punkte das gleiche Thema haben: Offenheit und Verletzlichkeit. Sich zeigen dürfen. Sein dürfen.  Mit allem, was zu mir gehört. Was ist, darf sein. Zuhören und gehört werden. Gemeinschaft. Freundschaft. Beziehung. Das sind so etwa die Dinge, die LEBEN ausmachen. Davon durfte ich heute sehr viel kosten. Und auch dafür bin ich total dankbar!

Ein Gedanke zu „Count Your Blessings

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s