Beten für Kinder (1)

Der Monat November ist im Eilzugtempo beinahe an mir vorübergerast. Von wunderbaren Projekten eingedeckt, blieb nicht viel Zeit, die Noch-Nicht-Weihnachtszeit zu geniessen, und rumms, kommt der Advent fröhlich tänzelnd um die Ecke. Mein Herz ist noch prall gefüllt mit vielen guten Dingen. Zum Beispiel mit LONDON! – Unser jährliches Ehe-Wochenende ist nun wieder vorbei. Wir sind gesättigt von schönen Eindrücken, von viel Bewegung, guten Begegnungen. Wir kriegen sehr vieles nicht hin – aber unser jährliches Wochenende, das schaffen wir. Dank meiner wunderbaren Eltern und guter Freunde! Ihr seid die besten!

In Zeiten wie diesen brauche ich ganz besonders das Geerdet-bleiben. Diese Momente mit Gott, und zwar nicht diejenigen inmitten des Trubels, sondern diejenigen allein mit ihm. Und wenn es nur ein paar Minuten sind: die sind mir heilig. Egal, wenn in dieser Zeit nur Stossgebete gen Himmel abgefeuert werden.

Schon lange wollte ich über ein Buch berichten, dass mich seit Jahren prägt, beruhigt, inspiriert und ermutigt. Es heisst „Praying Circles around Your Children“ und ist von Mark Batterson. Es ist relativ klein, und es ist nur auf Englisch erhältlich. Mark Batterson hat noch viele andere Bücher geschrieben. Dieses lehnt sich thematisch an das Buch: „Kreiszieher: Kühn beten – und Wunder erleben“. Er erzählt darin die Geschichte von Choni, dem Kreiszieher, der um Regen betete. Dabei zog er einen Kreis, stellte sich hinein und sagte zu Gott: „Ich werde nicht aus diesem Kreis herausgehen, bis du Regen sendest!“ (Wer die Geschichte lesen will: hier). Es geht nicht um den genauen Wortlaut oder um die genau nachzuvollziehende Handlung, sondern um die Ernsthaftigkeit und die Kühnheit des Gebets. Die Verzweiflung lässt mein Gebet zum Flehen werden.

Mit dieser Grundhaltung des Kreisziehens (des flehentlichen, kühnen Gebets) leitet der Autor an, wie Eltern für ihre Kinder beten können. Er stellt fünf verschiedene Gebetsarten vor:

  1. Die Verheissungen Gottes über unseren Kindern beten.
  2. Gebetslisten erstellen.
  3. Herzensgebete entwickeln.
  4. Unsere Kinder das Beten lehren: mit ihnen beten.
  5. Die Bibel über unseren Kindern ausbeten.

Für jede dieser Gebetsarten gibt es verschiedene kreative Zugänge.

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Wenn Mark Batterson voller Begeisterung erwähnt, dass wir nicht nur die Eltern, sondern auch die Propheten unserer Kinder sind, die ihre Zukunft kreieren, dann erfüllt mich das innerlich mit Begeisterung und Vision – ich habe eine totale Sicht dafür – aber mit einem Auge sehe ich auch meine To-Do-Liste und meine vielen anderen Bemühungen (zum Beispiel, dreimal in der Woche Sport zu treiben). Ich hab’s grundsätzlich nicht so mit diesen „du solltest“. Man sollte so endlos vieles. Ich weiss, dass es wichtig ist, für unsere Kinder zu beten. Ich glaube, es war dieser Satz von Mark Batterson, der bewirkte, dass ich mich nicht entmutigen liess: „Wir schaffen es sowieso nicht, alle diese Gebetsarten zu praktizieren; wir können uns jeweils auf eine oder zwei Arten fokussieren.“ Und fokussieren habe ich für mich so übersetzt: immer wieder darauf zurückkommen. Immer wieder einen Anlauf nehmen. So. Ich erinnere mich auch immer mit Freude an eine Aussage von Sila und Nicky Lee aus ihrem grossen „Parenting“-Schunken: „Wir haben uns als Eltern immer wieder durchgehangelt. Und wenn wir meinten, zu wissen, wie es nun funktioniert, kam wieder was Neues.“ Ja genau. Durchhangeln, das bringe ich zustande!

Im Moment hangle ich mich bei Punkt 2 durch. Den Gebetslisten. Und ich bin top-inspiriert von den „Crafted Prayers“ von Graham Cooke. In seiner Predigt „Stillness“ schlägt er vor, anstatt jedesmal etwas anderes zu beten, sich ein- bis zweimal Zeit zu nehmen um ausschliesslich zu HÖREN. Was will Gott – für diese Institution, für diese Familie, für dieses Kind? Was ist sein Wille? Was hat er in dieses Kind gelegt? Aus diesen Informationen kann ein Gebet formuliert werden, und dieses wird „durchgebetet“. Tagein, tagaus, einen Monat, ein Jahr. Wir erfinden das Rad nicht täglich neu, sondern erinnern Gott jedes Mal an die Dinge, die er uns gesagt hat. Das finde ich nun echt cool. Ich habe solche „Crafted Prayers“ bisher für meinen Mann und die zwei älteren Kinder verfasst und bete sie immer wieder. Manchmal gibt’s eine Ergänzung, mal eine Abwandlung. Mal bleibe ich bei einem Punkt hängen und führe ihn noch etwas aus. Aber ich bleibe dran an den Herzensanliegen. Und es macht richtig Spass!

Zum Schluss noch ein paar Eindrücke aus unserer Lieblingsstadt.

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Neues Lieblingscafé: MUD in Tooting

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Ja, wir finden immer feines Essen… 😉

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Tooting (wo wir wohnten)
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Sarah’s Haus
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Englische Gemütlichkeit

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Christmas Time

7 Gedanken zu „Beten für Kinder (1)

  1. Liebe Sonja, bin nicht ganz auf der Höhe der Zeit und lese gerade deinen November-post…:-D! Der ist aber zeitlos, glaube ich! Könntest Du mir einen Tipp geben, wo ich mehr über das crafted prayer von Graham Cooke finde? Natürlich kann ich es googlen, aber gibt es dazu auch ein Buch? Oder gute web-Adressen? Ich möchte das sehr gerne auch ausprobieren. Danke fürs Weitergeben und noch Frohe Weihnachtstage, Barbara

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