Himmels-Spuren

Neulich wurde ich gefragt, warum mein Blog „himmlisch-geerdet“ heisst. Schön, wenn ich mir neu überlegen muss, was ich mir gedacht habe und was ich eigentlich will. Ja, was genau? – Ich habe diesen Blog angefangen, um Spuren des Himmels in meinem Alltag wahrzunehmen und darüber zu schreiben. Es ist für mich eine grosse Hilfe, bewusst den Blick auf das zu richten, was Gott mit meinen Trümmern und Schwierigkeiten anfangen kann. Oder auch auf das, was mir offensichtlich und einfach so geschenkt wird. Das Schwierige und das Schöne, beides will ich sehen und würdigen. Mitten in diesen Überlegungen las ich den Blogeintrag von Sandra, die sich grad ähnliche Gedanken gemacht hatte. – Statt zu denken, dass ich halt zufällig hier, in dieser Zeit und in diesem Raum, gelandet bin, will ich glauben, dass mein Leben liebevoll geplant und voller Zeichen des Himmels ist, dass ich geliebt und angenommen bin. Und darüber hinaus, dass der Schöpfer allen Lebens gute Pläne für mich und andere hat, an mir und durch mich wirken will, beides zu seiner Zeit. So erachte ich das Leben hier auf der Erde als ein Lernen und Suchen nach den Spuren Gottes in meinem Leben. Zum Beispiel diese:

  • Ich war in einem Gespräch gnadenlos mit meiner Unsicherheit konfrontiert worden. Die Aussagen einer anderen Person waren voller Enthusiasmus und mit einer so starken Bestimmtheit, dass sie in mir totale Unsicherheit hervorriefen. Ich bin nicht gerade eine ängstliche Person. Aber trotzdem auch nicht mutig darin, klare Aussagen zu machen. Jedes Mal denke ich, dass ich zuwenig über eine Sache weiss, sie nicht von genügend Perspektiven betrachtet habe, um eine Ansicht zu äussern. Ich habe wohl den Anspruch, den vollkommenen Durchblick zu haben, bevor ich mich zu Themen äussere, bei denen ich mich nicht ganz sicher fühle. Was natürlich sehr selten möglich ist! Darum: Schön, dass es auch andere Menschen gibt. Solche, die sich schnell eine Meinung bilden und diese mit Überzeugung vertreten. Davon lebt das Gespräch. Ich kann lernen und abwägen. Aber ich bin einfach etwas anders gestrickt und nehme mich schnell zurück. Zu gross ist die Angst, etwas nicht perfekt durchdacht zu haben, oder, ehrlich ausgedrückt: Fehler zu machen. Nach dem oben erwähnten Gespräch war ich also voller Unsicherheit, weil das Thema eine Gruppe betraf, bei der ich die Leitung habe. Ängste wie „Werde ich jetzt an den Rand gedrängt?“ oder „Werde ich weiterhin die Leitung wahrnehmen können?“ wurden laut in mir. Ich wagte es nach einiger Zeit, diese Ängste – einfach den ungefilterten Kuddelmuddel, der in mir abging – einer Freundin anzuvertrauen. Diese Freundin sagte mit liebevoller Ehrlichkeit ihre Meinung, und dadurch klärte sich gleich sehr vieles in mir. Plötzlich wurden Ängste deutlich und benennbar, und ich kam auch den Gründen auf die Spur, weshalb ich mich so hatte einschüchtern lassen. Einmal mehr machte ich die Erfahrung, dass Gott berühren, aufzeigen und heilen kann, wenn wir unser Herz öffnen. Ich rede lieber über Verarbeitetes, Klares. Wenn ich selber Dinge nicht einordnen kann, fällt es mir schwer, mein Herz zu öffnen. Aber gerade das war die Gelegenheit für Gott, ins Spiel zu kommen. Und das öffnete den Weg für mich, mich mit innerer Ruhe zu positionieren.
  • Die Freude meiner Kinder, als ich ihnen einen Bananen-Milch-Shake zum Zvieri machte (um ehrlich zu sein, die Bananen waren schon ziemlich dunkel und mussten einfach UNBEDINGT weg).

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… und so mache ich mich fröhlich – und manchmal unfröhlich – weiter auf Spurensuche in meinem Alltag.

3 Gedanken zu „Himmels-Spuren

  1. „… bewusst den Blick auf das zu richten, was Gott mit meinen Trümmern und Schwierigkeiten anfangen kann. Oder auch auf das, was mir offensichtlich und einfach so geschenkt wird.“
    Ja, so ist es. Und so will ich es auch jeden Tag tun, wahrnehmen und würdigen.
    Und deswegen klicke ich auch immer mal wieder hier rein. Ich les nicht alle Texte bis zum Ende, manchmal lese ich auch aus (Auslese = mal hier einen Satz, mal da einen:-)).
    Es ist so friedlich hier. Und ich spür in dir, in deinen Zeilen, dass derselbe Gott dich und mich trägt und erträgt.

    Ich wünsche dir einen fantastischen und gesegneten Monat Juni!

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    1. Hallo Julia, vielen Dank für deinen ermutigenden Kommentar. Ja, es sind oft die einzelnen Sätze oder Wörter, die nachklingen. Besonders freut mich, dass du es hier friedlich findest. Herzliche Grüsse und auch dir einen wunderbaren ersten Sommermonat! Sonja

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