Whatever It Takes

Bild von Unsplash; entdeckt auf dem Blog Herzensfreundinnen, genauer gesagt
beim Blogeintrag von Melli

Wir erleben als Familie gerade eine intensive Zeit. Neben Weihnachten und Silvester feiern wir dieser Tage noch zwei Geburtstage. Gestern wurde der Feierlichkeiten-Marathon offiziell mit dem für unsere Familie traditionellen „Gotti-Götti-Nonno-Nanna-Fest“ beschlossen, zu Deutsch: Die Geburtstagsfeier mit Patenonkel und -tante sowie den Grosseltern. Es war ein fröhliches und entspanntes Zusammensein bei Glacétorte, Guglhupf und Kaffee. Die einen vertieften sich in theologische Fragen, andere in technische, und wieder andere unterhielten sich im Detail über die unterschiedliche Knusprigkeit von Macarons und was die Zubereitung der Meringue (französische, italienische oder Schweizer Art) damit zu tun hat. Ich bin jetzt gar nicht mehr sicher, zu welcher Gruppe ich gehörte… Für jeden Moment, den wir feiern dürfen, bin ich dankbar. Wir feiern das Leben und die Gemeinschaft, und damit schaffen wir Zusammenhalt und Erinnerungen. Menschen einzuladen, zu Kaffee und Kuchen und spontan noch zum Abendessen, das gehört zu uns, und das lieben wir.

Intensiv ist es in unserer Familie auch auf anderen Ebenen, zum Beispiel beim Umgang unserer Kinder miteinander. Und bei ihrem Umgang mit mir! Ich weiss, dass sie müde sind, und ich weiss, dass sie lange Zeit daueraufgeregt waren. Ich weiss auch zu schätzen, dass sie sich nach dem Streiten herzlich versöhnen können. Und ich bin dankbar für jede Auseinandersetzung, bei der wir uns anschliessend Zeit nehmen können, um sie nochmals zu besprechen. Aber es gibt Momente, in denen ich das zwar alles weiss, es mir aber nichts nützt, weil ich selber zu müde oder zu ärgerlich bin, um frustriertes Verhalten richtig einordnen zu können und auch noch einen konstruktiven Umgang damit zu finden. Seit zwei Tagen scheint die Sonne, aber damit kann sie auch nicht vertuschen, dass die vorherrschenden Farben seit Weihnachten Grau in Grau (Himmel) sowie Braun in Braun (Wiese und die Schuhe unserer Kinder) waren. Alles in allem fühle ich mich manchmal einfach entmutigt! Ich fühle nur noch Müdigkeit in meinen Gliedern, sehe nur noch den Staub, das Grau, den Streit und spüre die Leere in meinem Kopf, wenn ich ein Mittagessen auf den Tisch chlöpfen soll. In solchen Momenten fällt es mir schwer, eine Sicht und eine Hoffnung zu haben für unsere Kinder oder für mich als Mutter. Eine Sicht, die weiter reicht als für die nächsten zehn Minuten und wie ich sie überlebe.

Die Hoffnung, dass aus unseren Kindern ehrliche, grosszügige, vertrauenswürdige und fröhliche Menschen werden.
Die Hoffnung, dass sie untereinander in gegenseitiger Freundschaft und Treue verbunden sind.
Die Hoffnung, dass sie sich an Jesus hängen und sich an Ihm festhalten.
Die Hoffnung, dass sie einen Beruf erlernen, der ihren Gaben entspricht.
Die Hoffnung, dass sie Freundschaften schliessen, die so stark und ehrlich sind, dass sie Herz zeigen Konflikte aushalten lernen können.
Die Hoffnung, dass Gott keinen Fehler gemacht hat, mich als Mutter für meine Kinder auszuwählen.

Und genau in einem solchen Moment der Entmutigung las ich diesen Spruch.

Whatever it takes.

Was auch immer es braucht, benötigt, oder kostet.
Verzweifelt, kämpferisch, entschieden.

Entschieden wozu?

Frieden wäre schön. Ich liebe es, wenn es friedlich ist.
Liebe wäre schön.
Freude wäre schön!
Das sind alles Dinge, die Gott uns verheisst. Die er uns immer wieder schenkt.

Aber, ich spüre es: Ich selber schaffe es nicht! Ich kann es nicht selber vollbringen. Nicht dass ich es nicht versuchen würde. Ich versuche es täglich! Und manchmal zeigt sich ein Hauch Erfolg. Aber irgendwie sind meine Bemühungen doch nicht ausreichend, und das Selberstrampeln ist auf Dauer echt anstrengend. Viele von Gottes Verheissungen sind fürs Hier und Jetzt, und trotzdem bleibt da immer eine Spannung zwischen dem Erleben und dem Erwarten, dem Gegenwärtigen und dem Zukünftigen. Viele Dinge sehen wir im Hier und Jetzt erst ansatzweise, wir können sie erahnen, erleben, und dann erfahren wir wieder, dass das wirklich und wahrhaftig Gute und Vollkommene noch nicht da ist, sondern erst noch kommen will.

Trotzdem: Der Satz lässt mich nicht los, will um jeden Preis mit mir im Gespräch bleiben, in meiner Seele herumwühlen, mich herausfordern.

Und irgendwann fällt mir auf: Ich bin entmutigt, wenn mir die Hoffnung abhanden gekommen ist. Wenn ich nicht mehr glauben kann, dass meine Bemühungen etwas bewirken. Wenn ich nicht mehr vertrauen kann, dass meine Kinder in den besten Händen der Welt – ich meine nicht meine eigenen – geborgen sind.

Wenn die Hoffnung weg ist, nimmt Entmutigung ihren Platz ein. So einfach ist das. Und wenn die Hoffnung auf dem Verhalten von Menschen beruht, ist sie eine ziemlich wacklige Sache. So wacklig wie dieses kleine Tischchen, das von unserem Kind zu Weihnachten teilverpackt wurde. Eine schöne Dekoration für Bücher, Kerzen und dergleichen, aber daran willst du dich nicht festhalten, wenn es darauf ankommt. Hoffnung kommt nur von einem – dem Hoffnungsgeber und Hoffnungsträger, Jesus allein. Auf ihm ruht mein Vertrauen. Immer wieder. Und das will ich mir nicht nehmen lassen.

Whatever it takes.

I won’t believe my fears.
I won’t give up my hope.
I won’t let go of my faith.
Whatever it takes.

My hope is built on nothing less
Than Jesus‘ blood and righteousness
I dare not trust the sweetest frame
But holly trust is Jesus‘ name
My hope is built on nothing less
Than Jesus‘ blood and righteousness
I dare not trust the sweetest frame
But holly trust is Jesus‘ name
Christ alone, Cornerstone
Weak made strong in the Savior’s love
Through the storm
He is Lord
Lord of all
When darkness seems to hide His face
I rest on His unchanging grace
In every high and stormy gale
My anchor holds within the veil
My anchor holds within the veil
Christ alone, Cornerstone
Weak made strong in the Savior’s love
Through the storm
He is Lord
Lord of all
He is Lord
Lord of all, Christ alone
Christ alone, Cornerstone
Weak made strong in the Savior’s love
Through the storm
He is Lord
Lord of all
Christ alone, Cornerstone
Weak made strong in the Savior’s love
Through the storm
He is Lord
Lord of all
When he shall come with trumpet sound
Oh, may I then in Him be found
Dressed in His righteousness alone
Faultless, stand before the throne
Cornerstone
Oh, yeah, in the Savior’s love
He is Lord
Lord of all
Christ alone, Cornerstone
Weak made strong in the Savior’s love
Through the storm
He is Lord
Lord of all

2 Gedanken zu „Whatever It Takes

  1. Liebe Sonja, ach , ich fühle ja so sehr mit dir! Geht es mir doch ganz ähnlich und kommen mir die Gedanken doch sehr vertraut vor. Wie schön du den mütterlichen Urschlamassel in Worte gefasst hast. Whatever it takes…Na, dann will ich es mal versuchen. Sei lieb gegrüßt und ich bin mir so was von sicher- du bist die beste aller Mütter für deine Kinder…Hat er sich schon gut ausgedacht, dein Schöpfer. Sei ganz lieb gegrüßt

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s