* dankbar sein *

Im Hause Sorbara wuselt es wieder einmal. Dieses Jahr sind es vor allem die Kinder, die „noch eben schnell“ etwas für Weihnachten backen, vorbereiten oder einpacken wollen. Dank meiner Listen und dank meiner Selbst-Beschränkungen bin ich selber ziemlich entspannt. Hie und da gibt es noch ein paar Wachstücher, eine letzte Portion Weihnachts-Guetzli, und vor allem viele Geschenk-Anhänger mit viel Freude, jetzt, da mein Schneideplotter dank neuer Software viel reibungsloser funktioniert.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, noch ist keine Ruhe in Sicht, aber das Bewusstsein, dass einmal mehr etwas zu Ende geht, das man noch nicht wirklich vollständig überblickt und gewürdigt hat, und etwas Neues kommt, zu dem man sich mitnichten bereit fühlt. Es ist diese Zeit zwischen zwei Jahren, die ich sehr liebe. Ich geniesse noch jede Minute Ruhe vor den Weihnachtsferien, die morgen Punkt 12 Uhr anbrechen, und danach werde ich die Geschäftigkeit, die Feierlichkeit und die Ruhe geniessen, die sich jedesmal ausbreitet, wenn die Kinder neue Spielsachen bekommen haben und sich in Unbekanntes vertiefen können. Es wird auch eine Zeit des Aufräumens und des Sortierens, aber hoffentlich auch eine Zeit der Gemeinschaft, des Geniessens und Ruhens. Die Seele kann sich nur in der Ruhe auf das Neue Jahr vorbereiten.

Diesen Spruch habe ich gestern auf meinem Adventskalender gelesen:

„Die besten Dinge im Leben sind manchmal umsonst. Die Stille, die mir vorschwebt, findest du dort, wo du bist und wenn du es willst, in deinem Kopf. Ganz ohne Kostenaufwand. Man muss nicht nach Sri Lanka reisen, man kann Stille auch zu Hause in der Badewanne erleben.“
Erling Kagge, norweg. Abenteurer

Und heute habe ich eine Karte gefunden auf dem Adventskalender, den mir eine liebe Freundin überraschend geschenkt (und so viel sichtbare Liebe investiert) hat:

Ruhe und Stille –

Für heute – dem einzigen Nachmittag in der Woche, an dem alle Kinder Schule haben, und dem ich der Kreativität, heute Nachmittag dem Schreiben gewidmet habe, will ich mich auf die Momente der Stille freuen, die vor mir liegen und die ich entdecken möchte; ebenso will ich all das Gute feiern, das dieses Jahr gebracht hat, auch wenn es, ganz ehrlich, nicht das glamouröseste und einfachste Jahr war, das ich je erlebt habe. Krankheiten, von lieben Freunden und eigene; Schwierigkeiten, Stress und Nöte waren immer wieder unsere Begleiter. Aber da das Schwierige sich seinen Weg zu unserem Bewusstsein meist selber bahnt, möchte ich dem Schönen und Guten – oder sagen wir, demjenigen, dessen Schönheit und Segen wir heute schon erkennen – Raum geben.

  • Ich habe meinen Blog nicht aufgegeben, obwohl ich dieses Jahr mehr als sonst damit gekämpft habe, Energie für das Schreiben aufzubringen. Und ich bin dankbar für jede Begegnung, persönlich oder schriftlich, die sich durch diesen Blog ergeben hat. An dieser Stelle drücke ich euch, liebe Leserinnen und Leser, von Herzen!
  • Ich schreibe an einem Buch und habe auch das nicht aufgegeben. Dies ist das Herzensprojekt, das ich schon ein-, zweimal erwähnt habe. Ich würde es lieber gar nicht erwähnen, denn ob es ein Buch gibt oder nicht, weiss ich noch gar nicht! Das Risiko zu scheitern besteht, aber ich will es heute eingehen.
  • Da war die Entscheidung, je einen ganzen Tag vor den Sommerferien – der Zeit, die mit der Weihnachtszeit um den grössten Rummel wetteifert – mit einem meiner Kinder zu verbringen (high five, Jokertage!).
  • Da war eine ermutigende, inspirierende, ehrliche Freundschaft, die durch Sprachnachrichten und eine wirkliche Begegnung gewachsen ist.
  • Eine grosse Gruppe wundervoller junger Menschen aus unserer Kirchgemeinde wollen mehr darüber wissen, wie sie Gott hören können.
  • Ich wurde Paten-Tante des süssesten, schläfrigsten Babys der Welt.
  • Das Ehe-Wochenende in London ❤ mit meinem Mann, der seit 15 Jahren an meiner Seite ist!!! (Bilder s. unten)
  • Wir haben mit dem gemeinsamen Familien-Wochenabschluss nicht aufgehört.
  • Es war kein Stress, sondern hat mir Freude gemacht, Geschenke auszusuchen und ein paar wenige Weihnachtskarten zu schreiben.

Und da war wieder mein Weihnachtsmoment – fast genau der gleiche wie das letzte Jahr. In der multikulturellen Schule unserer Kinder gibt es doch tatsächlich ein einziges Weihnachtslied am jährlichen Weihnachtssingen, das von der wirklichen, wahren Hoffnung singt: Von Jesus, der als hilfloses Kind in einem Stall geboren wurde, uns zur Rettung und zur Erlösung. (Natürlich nicht so deutlich.) Hier habe ich es aufgeschrieben. Auch dieses Jahr gab es wieder Gesichter, die voller Andacht und Hoffnung waren, inmitten all der Handys, die das Geschehen filmten, und inmitten all der anderen Lieder, die die Glocken, die weisse Schneepracht und die russischen Pferdewagen besingen. Die Hoffnung in diesen Gesichtern hat mich auch dieses Jahr wieder voll getroffen. Ja, wir haben Hoffnung! Nicht auf etwas, das vielleicht, irgendwann, kommen wird, sondern unsere Hoffnung ist voller Leben und Kraft und heisst Jesus! Und diese Hoffnung, vielleicht nur zaghaft, ist in jedem Menschen zu finden. Ich wünsche mir so sehr, dass mein Leben dazu beiträgt, dass diese Hoffnung zu einer festen Gewissheit werden darf.

Ja, ich bin dankbar für all das Gute und Schöne, was uns dieses Jahr geschenkt wurde. Was hier aufgeschrieben steht, ist ein Bruchteil davon! Ich möchte in diesen zwei Wochen, die vor der Tür stehen, immer wieder Dinge sehen, für die ich dankbar sein kann, und mich an ihnen freuen. Auch wenn sie noch so klein sind. Diese Momente der Dankbarkeit wünsche ich auch euch allen, und von Herzen die froheste Weihnachtszeit!

2 Gedanken zu „* dankbar sein *

  1. „… das Bewusstsein, dass einmal mehr etwas zu Ende geht, das man noch nicht wirklich vollständig überblickt und gewürdigt hat, und etwas Neues kommt, zu dem man sich mitnichten bereit fühlt…“ Das trifft so sehr mein Gefühl am Ende des Jahres… Du fasst es so schön in Worte. Danke! Ich bin gespannt, mehr von deinem Herzensprojekt zu lesen. Ja, das Risiko zu scheitern besteht. Aber immer nur im Hafen bleiben, da entdeckt man keine neuen Horizonte… Wer wagt, gewinnt. Und wer nichts riskiert, gewinnt auch nichts… So wünsche ich mutiges Dranbleiben… und natürlich frohe Weihnachtstage!
    Sula

    Liken

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