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Der Schulalltag hat uns längst wieder, der normale Alltag auch.

Die vergangenen Sommerferien in Hamburg bei der lieben Johanna und ihrer Familie und die zweieinhalb Wochen in Schweden hinterlassen in mir viele innere Bilder und ein nachhallendes Gefühl von Weite und Freiheit und Sattsein.

Achtung, Bilderflut:

Auf dem Hinweg noch kurz Wiedersehensfreude und Herzlichkeit tanken – ich glaube, das war die festeste Umarmung seit Monaten (wir haben immerhin zweieinhalb Jahre darauf gewartet!) – und auf dem Nachhauseweg mit Kuchen, Früchten, Kaffee und ganz viel Liebe und Erzählen die letzte Etappe antreten… grosse Dankbarkeit und das Wissen, dass ich total gesegnet und beschenkt bin. Mit Familie, mit der Gelegenheit, Ferien zu machen, mit Freundschaften.

Eingestiegen im Schulalltag sind wir sanft. Die Stundenpläne ändern sich nur geringfügig von denen im letzten Schuljahr, sind meiner Meinung sogar noch angenehmer und leichter zu merken. Alles läuft wieder seinen Gang.

Und ich? Drösle etwas vor mich hin. Eigentlich wollte ich nach den Sommerferien mit einem neuen Plan starten. Und nun habe ich – keinen.

Ich weiss nicht, wie es bei mir beruflich weitergeht.

Ob ich mein angefangenes Theologie-Studium abschliesse oder nochmals einen ganz neuen Weg einschlage.

Oder ob alles so bleibt, wie es ist: Schreiben, Hörendes Gebet- und Jüngerschafts-Seminare, etwas (definitiv weniger) Backen.

So weit ist gerade nichts sichtbar; nichts, was sich mir aufdrängt zu tun, zu schreiben, zu veranstalten.

Ich weiss noch nicht, was mein nächstes Projekt, mein „Fokus“, mein Plan ist. Und das mag ich nicht so sehr. Ich wollte doch nach den Sommerferien wissen, wie es weitergeht.

Ach ja… und ich wollte doch klar definierte Handy-Zeiten einführen, während derer ich Nachrichten checke, und ansonsten das Handy ruhen lassen.

Ich wollte doch die Anrichte in unserem Esszimmer streichen und hübsch dekorieren.

Und ich wollte doch morgens mit meinen Kindern aus der Bibel oder aus einem Andachtsbuch lesen. Und mir am Abend Zeit nehmen, um für die Dinge des Tages mit ihnen zu beten.

Grandios versagt habe ich in diesen Dingen. Kalt starren mich meine Versäumnisse aus jeder staubigen Ecke unseres Hauses an.

*

Was, wenn ich mich nie ändere? Immer die Person bleibe, die ich bin? Mit meinen vielen, offensichtlichen Schwächen?

Und meinen Stärken?

Ja, es gibt tatsächlich Dinge, die ich geschafft habe.

Gartentisch gestrichen. Buch geschrieben. Das Lieblingsmenü unserer Kinder gekocht. Die Böden geputzt. Nein gesagt. Brot gebacken. Beine rasiert. Gartentisch samt Sitzbank neu gestrichen. Mich mit einem Kind hingesetzt und einem anderen vergeben.

Was, wenn meine Leistung noch immer nicht genügt?

Und was, wenn ich genüge? Egal, was ich schaffe, und wo ich versage?

Paulus, wohl auch eher auf der idealistischen Seite angesiedelt, stellt nüchtern fest: „Es liegt also nicht am Menschen mit seinem Wollen und Bemühen, sondern an Gott und seinem Erbarmen“ (Römer 9,17; NGÜ).

Na ja, ein Teil von mir ist damit nicht ganz glücklich, möchte doch zu gerne Gott mit meinen Leistungen beeindrucken…

Und trotzdem ist es gut zu wissen: Mein Versagen trennt mich nicht von Gott. Ich falle nicht aus der Gnade, weil ich Schwächen habe. Mit den Worten einer wertvollen Begleiterin ausgedrückt: „…sein Reich in uns und durch uns ein unbeirrbarrer Sauerteig, gar nicht so sehr beeindruckt von unseren Schwächen…“ und ebensowenig von unseren vermeintlichen Stärken, von unseren Erfolgen und der abgehakten To-Do-Liste.

Statt mich zu verurteilen, leidet er mit mir, wenn ich versage. Und er freut sich von Herzen für mich, wenn etwas gelingt!

Ich reiche aus. Nicht, weil ich so und so bin und dies und das gemacht habe. Meine Leistungen würden niemals ausreichen! Sondern ich reiche aus, weil sich Gott meiner erbarmt. Ich bin sein von Grund auf geliebtes Kind, durch Christus heilig gemacht.

Und was ich tue… das sieht er, und er leitet mich in seinem Tempo. Wachstum geschieht oft langsam und im Verborgenen. Dinge werden, geschehen, werden erwirkt – zu ihrer Zeit. Und ich bin nicht die Person, die diese Zeiten definiert.

Wie ärgerlich manchmal – und wie entlastend, befreiend!

*

Heute möchte ich noch eine besondere Freude mit euch teilen (und die gehört definitiv ins Team „Dinge, die gelungen sind“): Mein Buch ist da. Täteräää!!

Lange habe ich daran geschrieben – und dann klingelte es an der Tür, mir wurde ein grosser, schwerer Karton überreicht – und nun kann nichts mehr geändert werden, fertig, Schluss! Wenn ihr mögt, könnt ihr es gerne bei mir bestellen (sonja.sorbara(at)livenet.ch; gerne mit Widmung, bitte vermerken) – oder hier, oder hier oder natürlich bei Amazon.

Habt ein feines Wochenende!!

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